150 Jahre Tradition und Gemeinschaft

Doch hinter diesem Ereignis steckt weit mehr als nur ein Wochenende voller Musik, Tanz und Geselligkeit. Das „Roeser Pfingsten“ ist das Ergebnis monatelanger Planung, harter Arbeit und eines unglaublichen Engagements. Die Mitglieder des Junggesellenvereins investieren unzählige Stunden in die Organisation – von der Planung des Programms über den Aufbau des Festzelts bis hin zur Koordination der zahlreichen Helferinnen und Helfer. Jung und Alt arbeiten Hand in Hand, um dieses Fest auf die Beine zu stellen. „Der Zusammenhalt im Verein steht wirklich an erster Stelle“, betont Tim Schneider, der erste Vorsitzende des Vereins. Und genau dieser Zusammenhalt ist es, der das Fest jedes Jahr aufs Neue zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

150 Jahre Junggesellenverein Roes – eine lange Geschichte der Gemeinschaft

Der Junggesellenverein Roes wurde bereits 1874 gegründet und feierte im Jahr 2024 sein beeindruckendes 150-jähriges Bestehen. Ursprünglich als Schützenverein ins Leben gerufen, entwickelte sich aus dem damaligen Schützenfest über die Jahre das heutige „Roeser Pfingsten“. Über Generationen hinweg hat sich dieses Fest zu einer festen Institution in der Region entwickelt – es ist ein Wochenende, auf das sich nicht nur die Mitglieder des Vereins, sondern das gesamte Dorf das ganze Jahr über freut.

Zum Jubiläum ließ sich der JGV etwas ganz Besonderes einfallen. Ein Höhepunkt war der große Festumzug am Pfingstmontag, der nach dem Gottesdienst durch die Straßen von Roes zog. 

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums zog der große Festumzug an Pfingsten durch Roes.
Bei strahlendem Sonnenschein zog der große Jubiläumsfestumzug von der Roeser Kirche zum Festzelt.

Die Dorfgemeinschaft, befreundete Junggesellenvereine aus der Region und ehemalige Mitglieder marschierten stolz mit, viele mit ihren Vereinsfahnen. 

Besonders die früheren Mitglieder des JGV Roes waren geehrt, an diesem besonderen Tag wieder Teil des Umzugs zu sein – erkennbar an ihren Schildern mit der Aufschrift „Junggesellenverein Roes a.D.“ (außer Dienst). 

Als der Zug durch das Dorf zog, war die Begeisterung spürbar – die Musik, die Fahnen der Vereine, das gemeinschaftliche Gefühl, das alle verband.

Zum Abschluss wurden die ehemaligen Präsidenten des JGV im Festzelt auf die Bühne gebeten, um von ihrer Amtszeit zu berichten und ihre ganz persönlichen Erinnerungen an den Verein zu teilen. Besonders emotional war der Moment, als der älteste ehemalige Präsident auf die Bühne gebracht wurde – ein Zeichen dafür, dass die Geschichte des Vereins und die Menschen, die ihn geprägt haben, niemals in Vergessenheit geraten.

Doch nicht nur der Rückblick auf die Vergangenheit spielte eine Rolle, auch neue Ideen fanden Platz. Ein Highlight des Jubiläums war der „Kölsche Abend“ am Pfingstsamstag, der von der Dorfgemeinschaft begeistert aufgenommen wurde. Zudem wurde der traditionelle Gottesdienst von Sonntagmorgen auf Montagnachmittag verschoben, wodurch eine außergewöhnlich hohe Beteiligung erreicht wurde.

Roeser Pfingsten 2025 – Ein Fest für alle Generationen

Nach dem großen Jubiläum richtet sich der Blick des Vereins bereits auf das nächste „Roeser Pfingsten“, das vom 6. bis zum 9. Juni 2025 stattfinden wird. Die Planungen laufen bereits auf Hochtouren, denn das Fest soll auch in diesem Jahr für alle Generationen ein Erlebnis werden.

Am Pfingstsamstag wird eine große 80er/90er-Partynight mit der Band VanDiner stattfinden. Dieser Abend soll vor allem die ältere Generation der Dorfgemeinschaft ansprechen, die sich an die Musik ihrer Jugend erinnern können. Am Pfingstsonntag steht dann die jüngere Generation im Fokus: Eine „Black & White“-Party mit einem Roeser DJ und Schwarzlicht-Effekten wird für ausgelassene Stimmung sorgen. Diese Vielfalt ist dem Verein besonders wichtig: „Wir versuchen, alle Generationen mitzunehmen und das Fest für jeden attraktiv zu gestalten“, erklärt der Vorstand.

Doch so ein Fest organisiert sich nicht von allein. Bereits Monate im Voraus kommen die Mitglieder regelmäßig zusammen, um die anfallenden Aufgaben zu verteilen. Insbesondere der Vorstand trägt eine große Verantwortung – von der Buchung der Bands bis hin zur Koordination des Aufbaus und der Logistik. „Die meiste Arbeit hängt definitiv am Vorstand“, bestätigt Annalena Spengler, die zweite Vorsitzende. Die größte Herausforderung liegt dabei in den letzten Wochen vor Pfingsten, wenn die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen. Doch trotz des großen Aufwands überwiegt am Ende das Glücksgefühl. „Für mich als Vorstandsmitglied gibt es keinen schöneren Moment, als am Montag durch das Festzelt zu gehen und in lachende, glückliche Gesichter zu blicken – dann weiß man, dass sich all die Arbeit und der Aufwand gelohnt haben“, beschreibt Tim diesen besonderen Augenblick.

Ein starkes Fundament

Der Erfolg und der Zusammenhalt des Junggesellenvereins beruhen auch auf einem soliden Fundament. Der aktuelle Vorstand besteht aus insgesamt neun Personen – darunter der erste Vorsitzende und die zweite Vorsitzende, eine Schriftführerin, eine Kassiererin, ein Fahnenträger und zwei Beisitzer sowie eine Beisitzerin. 

Einmal im Jahr wird die Vereinsleitung neu gewählt, um frischen Wind in die Vereinsarbeit zu bringen und allen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, sich aktiv einzubringen.

Auf dem Bild erkennt man die Vorstandsmitglieder des JGV Roes aus dem Jahr 2024. 
Der Vorstand des Junggesellenverein Roes aus dem Jahr 2024

Ein besonderer Ort für die Mitglieder ist das Vereinsheim, das am ehemaligen Sportplatz liegt. Es wurde mit viel Einsatz renoviert und ist heute ein beliebter Treffpunkt, an dem sich die Mitglieder nicht nur zur Planung von Festen treffen, sondern auch einfach so zusammenkommen. Hier entstehen nicht nur gemeinsame Erinnerungen, sondern auch langjährige Freundschaften. „Ich glaube, wir hätten lange nicht so einen Zusammenhalt untereinander und wären lange nicht so gut befreundet, wenn wir nicht den Junggesellenverein hätten“, bekräftigt Annalena.

Freundschaft und Gemeinschaft

Neben dem Pfingstfest engagiert sich der Junggesellenverein das ganze Jahr über für die Dorfgemeinschaft. Zahlreiche Veranstaltungen, wie das Maibaumstellen mit anschließender Maibaumwache, Vereinsausflüge, Helferfeste oder das gemeinsame Grillen an Karfreitag, sorgen dafür, dass sich die Mitglieder regelmäßig treffen und der Zusammenhalt gestärkt wird. Auch die Freundschaften mit anderen Junggesellenvereinen werden gepflegt, indem man sich gegenseitig auf Festen besucht und unterstützt. Gleichzeitig engagiert sich der JGV auch bei anderen Veranstaltungen im Dorf und hilft dort, wo Unterstützung gebraucht wird. Diese enge Zusammenarbeit stärkt das Miteinander im Dorf und zeigt, dass der Junggesellenverein nicht nur für sich selbst, sondern für die gesamte Dorfgemeinschaft eine wertvolle Stütze ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen hat der Junggesellenverein Roes keine Nachwuchssorgen. Neue Mitglieder werden früh eingebunden – viele wachsen quasi mit dem JGV auf. Bereits als Kinder sind sie dabei, helfen beim Aufbau und dürfen als „Schildkind“ beim Festumzug die Namensschilder der teilnehmenden Vereine tragen. „Die Eltern geben ihr Bestes, das Kind direkt in die richtige Richtung zu ziehen“, scherzt Tim. Kein Wunder also, dass es dem Verein nicht an Nachwuchs mangelt. Mark Weber, ein ehemaliges Mitglied, fasst es treffend zusammen: „Von klein auf wird man hier in den Verein hineingezogen. Die Eltern schicken die Kinder runter zum Platz, sie helfen beim Aufbau, tragen stolz ihr erstes Vereinsshirt – und irgendwann gehören sie einfach dazu.“

Neue Mitglieder werden offiziell beim nächsten Polterabend ins Vereinsleben aufgenommen, dürfen aber schon vorher mitwirken und sich einbringen. „Jeder, der Interesse zeigt und während unseres Festes zuverlässig ist, ist bei uns willkommen“, betonen die Vorsitzenden. Besonders schön ist, dass sich auch viele junge Leute aus den umliegenden Dörfern dem JGV Roes anschließen, weil sie die Gemeinschaft schätzen und sich im Verein wohlfühlen.

Zusammenhalt, Engagement und gelebte Tradition

Der Junggesellenverein Roes ist mehr als nur ein Verein – er ist das Herzstück der Dorfgemeinschaft. Generationenübergreifend wird hier zusammengearbeitet, gefeiert und Erinnerungen geschaffen. Das „Roeser Pfingsten“ ist ein fester Bestandteil der Region und wird auch in Zukunft weiterbestehen, getragen von der Leidenschaft und dem Engagement seiner Mitglieder.

Im Vereinsalltag wird der Grundstein für langjährige Freundschaften gelegt. Durch das Engagement, das alle Mitglieder einbringen – von den Helferinnen und Helfern bei der Organisation über die aktive Mitgestaltung im Vereinsheim bis hin zur Unterstützung anderer Veranstaltungen im Dorf – wird eine starke Gemeinschaft geformt. Diese Verbundenheit und das gemeinsame Anpacken machen den Junggesellenverein Roes zu einem unverzichtbaren Bestandteil der regionalen Identität.

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